1. März 2014

2007 Zinnowitz

ROUTEN_2007_KarteVier Freunde ein Ziel

by Patrick Oderwald

Wie man an dem ein oder anderen Bild sieht, war noch alles sehr in den Kinderschuhen, die Mopeds und vor allem die sehr sehr gute Bekleidung. Na ja, jeder fängt mal klein an und hofft das es besser wird. Nach der Planung, die zu dem Zeitpunkt nicht die schlechteste war, dachten wir es könne losgehen. Da es aber Marcels Freundin sehr schlecht ging, warteten wir bis zum Morgengrauen, bis sie sich wieder etwas besser fühlte.

Was machen die Drei Lustigen Vier wenn sie warten müssen? Ja richtig, schrauben. Ich dachte mir in meinem jugendlichen Leichtsinn: Dann kann ich ja noch schnell mein Getriebeöl wechseln und die Gänge optimieren. Naja, ich hätte es lieber lassen sollen. Nachdem ich meine Gänge durch eine verdrehte Feder blockierte, geriet ich in Zeitnot. Da sich die Reparatur in die Länge zog ;-).

Ca. 04:30 Uhr ging es dann doch schon los. Mit acht Stunden Verspätung, ging es dann los, aber was will man machen. Super Wetter? Fehlanzeige, wir wollten es wissen. Regen wie ein Faden und wir hatten keine passende Bekleidung. Damals brauchten wir die doch noch nicht, Wir sind Männer!

Das Erste was wir im nachfolgendem Jahr kauften, waren für uns Weicheier natürlich Regenkombis.

Bestückt mit Müllsäcken ging die Fahrt los. Das Wetter war sch****, aber die Gesellschaft erste Wahl. Nach ca. 25 km mussten alle die wir da standen, wie ein bepisster Pudel, die Kleidung wechseln. Das sind Männer was? 😉

Nun ging es weiter! Da wir es nach drei weiteren Stunden Regen satt hatten und das letzte mal 00:00 Uhr etwas gegessen hatten, ging es nun zur goldenen Möwe. Die freuen sich immer auf uns. Es gibt auch ein Bild was Bände spricht. Nachdem wir die goldene Möwe, wie ein Tsunami, wieder verließen, war die Freude (der Mitarbeiter) sehr groß. Also raus und los, ein „es tut uns Leid“, nahmen sie uns schweren Herzens grad noch ab.

Nach der Pause riss das Wetter auf. Wir kamen recht gut durch. Bis es hieß, jetzt 200 Meter schwimmen. Wir mussten auf die Fähre warten.

Angekommen an der Müritz gab es zwei Probleme. Wir hatten hunger, es war 19:55 Uhr und der Laden schloss um 20:00 Uhr. Schlafen wollten wir auch noch, aber nicht für 22,50 /Person. Ups, das wird nichts. Also holten zwei Mann Essen und die anderen beiden suchten einen neuen Schlafplatz! Nur „WO“ war die Frage? Sollten wir unser Lager etwa auf einem Feld, oder an einer Tanke aufschlagen? Nein danke! Wir entschieden uns dann für den Wald. Nach ca. 4 km Waldfahrt bei beschriebenen vormittaglichen Regen und vollbeladenen Karren hieß es runter und schieben, eine nach der anderen. Angekommen an unserer noch nicht ganz fertigen Suite ging es los, Büchse auf, hm sehr lecker wenn das Essen fast kalt ist. Nach einem kurzen Essen ging es dann geschafft ins Bett. Nach zweieinhalb Stunden wachten wir durch Geräusche im Busch auf. Vier Beine und Borsten, na toll. Zum Glück entschied sich unser Freund aufgrund unserer stampfenden Füße im Matsch schnell wieder reiß aus zu nehmen.

Da man unser Fort nicht am Morgen sehen sollte, mussten wir früh raus und hatten somit nur eine verdammt kurze Nacht. Die Fahrt nach Zinnowitz war genau das was wir jetzt brauchten, mit ein paar kleinen Reparaturen, kamen wir ca. 19:00 Uhr an. Heute war das Ziel ein Zeltplatz mit Dusche. Voller Freude sahen wir ein Schild Zeltplatz 2 km.

Dort angekommen hieß es Entschuldigung nur für Dauercamper. Weiter ging die Suche aber nach ca. einer halben Stunde hatten wir unser Nachtdomizil gefunden. Ein Zeltplatz direkt am Meer, also schnell nochmal in die Ostsee. Das zog sich doch länger hin als wir dachten, da wir schnell lokale Freunde fanden, die uns auf ein Bier einluden. Wir spielten zwei drei runden Volleyball am Strand und dann kam die große Überraschung. Tatsächlich fuhren zwei Autos voller guter Freunde vor. Genial! Gegen 23:00 Uhr bauten wir alle zusammen unsere Zelte auf.

Arbeit getan, na gut dann haben wir uns endlich unser Feierabendbier verdient. Schnell ein Lagerfeuer gemacht und es wurde gemütlich. Nach zwei weiteren Stunden kamen dann die Badenixen auf die Idee, dass man doch nackt baden könnte. Gesagt getan! So schnell konnten wir gar nicht gucken, wie die Damen unbekleidet ins Meer rannten.

Der Abend zog sich für fast alle bis um 04:00 Uhr morgens hin. Wenn ich sage für fast alle, fehlt ja mindestens noch Einer. Der Junke hatte es zu seinem großen Ziel gemacht, den Sonnenaufgang zu sehen. Nach weiteren zweieinhalb Stunden und einer Flasche Wein, musste auch er aufgeben. Also ca. 06:30 Uhr, hieß es auch für ihn Schach Matt.

„Acht Uhr wecken! Wir haben noch viel vor uns!“

Der Plan war gut, aber nach ca. eineinhalb Stunden Schlaf, kam der Junke natürlich nicht aus dem Zelt. Nach Kopfschmerztablette und Kaffee war er schnell wieder fit. Nach 10 km erreichten wir unseren Frühstücksplatz, mal wieder die goldene Möwe. Dort konnte Marcel noch schnell eine Stunden schlafen. Der Rest schraubte mal wieder was das zeug hielt. Tagesziel war Schwerin. 18:00 Uhr kamen wir an. Ein Ouzo für meine guten Freunde, wir entdeckten gleich einen Griechen und wollten hin. Ich weiß nicht woran es lag. An denn Müllsäcken (unsere Regenkombis)? Die Begrüßung war: Wo kommt ihr denn her? Das war noch auf der Strasse. Nach kurzem Ausziehen, durften wir doch rein. „Das Navi nehme ich mal lieber als Fand mit“, sagte der Wirt, mit einem hämischen Grinsen. Nun war es weg, na toll. Nach dem eher unterdurchschnittlichen Essen ging es zum bezahlen. Wo nun unser Navi sei, fragten wir. Weg! Na super, nach 10 min fand es sich dann wieder an. Die nächste Hiobsbotschaft ließ nicht lange auf sich warten. David hatte seine Mutter am Telefon, für den nächsten Tag sei ein Unwetter angesagt. Nach kurzer Besprechung hieß es, na dann fahren wir halt durch! Nach ca. zwei Stunden ging es los.

Die erste, die zweite und die dritte Lampe viel aus. Nicht schlimm bei einer Simson oder MZ aber bei einem Joghurtbecher aus Taiwan. Nach gefühlten zwei Tagen, lag der ganze Roller in seinen Einzelteilen unter dem Dach einer Tanke. Fassung verschmort! Wir mussten improvisieren, wie immer. Das Schöne an einer Nachtfahrt ist, es gibt kein Verkehr, somit aber auch keine Scheinwerfer, die uns den Weg zeigen. Das Rücklicht des Vordermannes führte bei manchen von uns, durch Übermüdung, zu ein paar Halluzinationen. So kam es, dass Ronny das ein oder andere Tier, was es gar nicht gab, gesehen hatte. Zum Glück ging bald die Sonne auf, naja es wurde zumindest hell. Da der Junke eine Pollenallergie (auch Roggen) hat, war es nichts Neues, dass er dauernd niesen musste. Nach ca. zwei Stunden Dauerniesen, mussten wir doch anhalten. Er sah fast nichts mehr, die Augen waren zu, da er ein Roggenkorn im Auge hatte. Nun mussten wir alle 20 km anhalten, Auge auswaschen, Kaffe trinken und ne Kippe rauchen.

Wir waren durch, keiner konnte mehr sitzen und keiner bekam die Augen auf. Auf die Frage der ein oder anderen Person an der Tankstelle, wo wir hin wollen, war immer die gleiche: „INS BETT UND DAS SCHNELL!“