1. März 2014

2012 Schottland

The taste of haggis and whiskey!

ROUTEN_2012_Karte

by David Straubel

ZU TAG: 01 | 02 | 03 | 04 | 05 | 06 | 07 | 08 | 09/10 |

Ist es nicht toll wenn man sich auf etwas verlassen kann?! Zum Beispiel, dass jeden Tag die Sonne aufgeht oder die Freunde, die dich nicht hängen lassen. Aber genauso kann man sich darauf verlassen, dass Patricks MZ immer Läuft, auch wenn alle anderen Mopeds gerade aus sind und dass Marcels Moped nach einer Tour nur noch mit Panzertape zusammengehalten wird. Doch das Wichtigste, worauf du dich verlassen kannst, wenn du mit der Simson reist, ist dass man immer später ankommt als vorher errechnet. So auch in diesem Jahr…

TAG 1

Ballenstedt – Bielefeld – Nieuw-Milligen

Gegen 11:00 Uhr am 19. Juli haben die Jungs in Ballenstedt auf facebook gepostet, dass es losgeht. Bei einer Strecke von 240 km und einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 40km/h wären sie gegen 17:00 Uhr in Bielefeld angekommen, um Dennis, Jan und mich abzuholen. Gegen 19:30 Uhr war es dann soweit. Hier hieß es dann erst mal ab-, um- und neu zusammenpacken. Nach zwei Stunden, einem schönen Kaffee und einer heißen Suppe mit Würstchen ging es dann gegen 21:30 Uhr weiter auf den Weg nach Ijmuiden, Richtung Fähre. Zwar sind wir pannenfrei vorangekommen, aber kurz vor Steinfurt, wo wir die Mopeds volltankten, meinte Marcel, dass seine Gänge nicht richtig rein wollen. „Kein Problem, die stellen wir schnell ein!“ Normaler Weise ist das auch kein Problem, aber nach dem wir Marcels Gänge nachgestellt hatten, bin ich eine Proberunde gefahren und fand, dass sich das Getriebe zwar noch nicht ganz sauber schalten lässt, aber bis zur Fähre OK wäre. Schottland_2012_0012 Doch Marcel meinte nach einer kleinen Testfahrt, dass er den dritten und vierten immer noch nicht rein bekommt. Also noch mal nachstellen… Nach einer weiteren Runde, sagte er, dass die Gänge nicht rein gehen. Dann haben wir zur Sicherheit, um es auszuschießen den Sitz des Sprengrings der Schaltwalze überprüft. Also Öl ablassen, Kupplungsseitendeckel ab und was war zu sehen? Nichts! Alles war wie es sein sollte. Die ganzen Teile wieder dran. Jetzt fuhr Ronny. Auch er hatte keine Probleme, die Gänge rein zu bekommen. Wir haben das Problem dann auf die Kompetenz des Fahrers geschoben. Aber das wollte Marcel nicht so einfach auf sich sitzen lassen und fuhr noch eine Runde! Nach fünf Minuten, wartend in der Dunkelheit, fragten wir uns langsam, was da wohl los ist?! Ronny ist kurz zu Fuß hinter her, um zu sehen, ob das Moped vielleicht liegengeblieben ist. Er hatte ein paar Mal gerufen, aber Marcel antwortete nicht. Nach mittlerweile zehn Minuten bin ich mit dem Moped hinterher. Fast einen Kilometer. „Soweit fährt man doch nicht, um zu sehen, ob alle Gänge gehen“, dachte ich mir und kehrte wieder um. Ich vermutete das Schlimmste. Wieder an der Tanke angekommen berichtete ich. Jetzt machten sich Sechs Leute mit Mopeds und auch zu Fuß auf dem Weg, den Straßengraben abzusuchen. Wir machten uns echt große Sorgen! Nach weiteren Zehn Minuten kam Marcel dann um die Ecke gebogen… In dem Moment sind mir nicht viele gute Wörter eingefallen, aber letzten Endes war ich froh, dass nichts Schlimmes passiert war. Nun konnte es weiter gehen.
Durch die Verspätung in Bielefeld und die Verzögerung an der Tankstelle waren wir 03:00 Uhr nachts erst 100km vorm Ziel. Langsam wurden wir auch echt müde. Daraufhin haben wir gemeinsam beschlossen uns ein paar Stunden schlafen zu legen, um das Unfallrisiko zu minimieren. Also schnell die Zelte in einer Nebenstraße am Waldrand aufgeschlagen und fünf Stunden schlafen.

TAG 2

Nieuw-Milligen – Ijmuiden

Schottland_2012_0015Freitag früh haben wir dann alles zügig zusammen geräumt und eingepackt. Die Fähre würde sicher nicht auf uns warten! Doch keine zehn Kilometer von unserem Schlafplatz entfernt blockierte plötzlich Dennis Hinterrad. Als er zum stehen kam und der erste Schock verdaut war, haben wir versucht das Moped anzutreten, aber der Kicker wollte sich kein bisschen bewegen. Wir dachten erst es war ein Kolbenfresser, aber selbst mit gezogener Kupplung ging nichts. Eine Zigarette später hatte Arndt es noch mal versucht. Wie im Handbuch, hatte er den Leerlauf vom ersten Gang aus eingelegt und vorsichtig den Kickstarter angetippt. „Geht doch!“ Sagte er. Alle schauten Arndt an, schauten das Moped an und dachten wie, „geht doch“? Aber es ging wieder. Keine zehn Minuten zuvor hätte man sich noch auf den Kickstarter stellen können, ohne dass er sich rührt. Aber weil wir kein Risiko eingehen wollten und die Fähre Schottland_2012_0016erreichen mussten, haben wir uns entschlossen das Moped aufzuladen. Das Vorderrad fehlt auf den Bildern aus logistischen Gründen. Da wir bis zur Fähre gut durchkamen, hatten wir am Hafen zumindest Zeit den Kupplungsseitendeckel von Dennis Moped abzunehmen. Aber wir konnten dort nichts Ungewöhnliches erkennen und verschoben die Prüfung der anderen Antriebsteile nach England. Wärend wir bastelten, kauften Ronny und Alex für den Abend auf der Fähre ein. Das schöne ist, wenn Ronny mit einkaufen geht, gibt es immer etwas Leckeres zu essen. Nicht, dass er ein Vielfraß ist, aber er ist halt ein Genießer und das kommt dann auch der Gruppe zu Gute.
An diesem Abend gab es lecker und liebevoll geschmierte Schnitten von Alex, mit frischem Käse aus Holland und leckere Wurst. Ein kleines Feierabendbier in Dosenform durfte natürlich nicht fehlen. Das hatten wir uns auch verdient. Essend und unser Bier genießend, sahen wir die Fähre ablegen und die Niederlande immer kleiner werden.

Ich kann nur für mich sprechen, aber ich denke, dass in jedem von uns ein gewisser Stolz aufkam. Mit dem Moped auf in eine Neue Welt. Ab morgen wird alles anders.

Schottland_2012_0025Nach dem die Dämmerung einsetzte legten wir uns dann auch zeitig ins Bett, oder wie Patrick treffend formulierte, in unsere Zellen. Das Schiff schwankte zwar ein wenig, aber aufgrund erhöhter Müdigkeit haben wir nicht mehr viel davon gemerkt.
Unser Frühstück auf der Fähre bestand aus einer großen Tasse Kaffee für nur 4,-€, die sich je zwei Leute teilten (Dennis wollte keinen Kaffee :-). Nach dem der Kaffee getrunken und die ersten Zigaretten geraucht waren, hieß es für ein paar von uns Frühsport. Ein paar kleine Übungen für den Rücken, denn schließlich hatten wir heute 250 km vor uns.
Nach dem die Fahrer mit dem Wagen im Cardeck III aufgerufen wurden zu Ihren Autos zu gehen haben wir unsere Sachen gepackt und auf unseren Aufruf gewartet. Wir schnallten die Spanngurte wieder von den Mopeds ab und konnten es kaum erwarten in den Linksverkehr zu starten. Da nicht jeder bei den englischen Nachbarn einreisen darf, wurde unsere Euphorie durch die bevorstehende Passkontrolle erst mal Schottland_2012_0038gedämpft. Gegen 9:30 Uhr Ortszeit durften wir dann alle weiter fahren und brachen in Richtung Stirling auf. Nur ein paar Kilomete weiter kam uns ein Fastfood Restaurant sehr gelegen. Um endlich unser Frühstück zu bekommen hielten wir hier an. Nach der Order von 40 Burgern, konnten wir uns Dennis Moped noch mal genauer ansehen. Nach Gründlicher Überprüfung der mechanischen Antriebsteile konnten wir keinen ausschlaggebenden Fehler finden. Wir drehten eine Proberunde, aber die Kleine lief wieder wie am ersten Tag. Oder wie der Fachmann sagen würde, „sie schnurrte wie ein Schnurrbart“.
Gegen 11:00 Uhr machten wir uns dann tatsächlich los. Alle konnten wieder mitfahren und angesichts der Tatsache, dass Charlys Tacho 28°C anzeigte, waren wir frohen Mutes. Es ging gut voran und auch der Linksverkehr bereitete uns keine Schwierigkeiten. Doch schon eine halbe Stunde später musste Jan auf Reserve schalten. Im gleichen Moment bemerkte Arndt, dass bei Jans Moped Benzin auf die Straße tropfte. Alex, Jan und Arndt fuhren links ran. Als die Anderen bemerkten, dass ein paar Leute fehlten, drehten sie um. Beim Zerlegen des Vergasers stellten wir fest, dass der Schwimmer in seine drei Bestandteile zerfallen war. Wir konnten nur Mutmaßen, dass die Lötstellen an zu extremen Schwingungen des Rollers aufgrund defekter Motordämpfer brachen. Schottland_2012_0047 Zum Glück hatten wir noch einen mit. Als der Roller dann repariert und aus den Reservekanistern betankt war, ging es wieder weiter. Nach gut einer Stunde Fahrt und 40 weiteren Kilometern auf der Uhr, machten wir eine kurze Pause um die Mopeds aufzutanken. Nach den nächsten 40 km fuhren wir einen langgestreckten Hügel runter. Einer dieser Hügel, die 500m lang und gerade abfallen. Und beim Anblick eines solchen Hügels weiß jeder Mopedfahrer instinktiv, dass er testen muss was sein Moped bringt. So auch Ronny, Charly und ich. Wie schnell wir genau waren, weiß ich nicht mehr, aber gefühlte Siebzig waren es bestimmt. Als Charly und ich Ronny überholten, dachten wir noch, dass er kurz links ran fährt, um auf die anderen zu warten. Es stellte sich aber heraus, dass sein Moped nicht mehr fuhr. Als er seine Danna wieder antreten wollte, war es wie ein Tritt ins Leere. Das hieß für uns Zwangspause. Wir ließen das Öl ab, Schraubten den Kupplungsseitendeckel auf, und beobachteten was sich so tut, wenn man den Kicker dreht. Der Primärantrieb drehte auf der Kurbelwelle völlig frei. Wir hofften, dass wir die Passfeder, Schottland_2012_0067 oder auch Halbmond gut raus bekommen, ohne die Kurbelwelle zu beschädigen. Aber wir hatten Glück. Die Werkstatt, die den Motor verbaute, hatte keinen eingebaut. Es war nur die Mutter von der Welle gelöst. Wir setzten diesmal eine Passfeder ein und zogen alles wieder fest. Nach einer Dreiviertelstunde Arbeit, um eine Mutter fest zuziehen, ging es endlich wieder voran. Die Letzten 150km warteten bereits auf uns. Ab hier sollte es für diesen Tag keine weiteren Probleme geben. Ein paar kleine Pausen und ein Tankstopp unterhalb von Edinburgh auf der A720 unterbrachen die Fahrt. So kamen wir fünf Stunden nach Ronnys Reparatur, gegen 20:00 Uhr am Witches Craig Caravan Park in Stirling.
Schottland_2012_0068Nach dem wir abgepackt, die Zelte aufgebaut und gegessen hatten, ließen wir den Abend vor dem schönen Panorama ausklingen. Naja, bis auf Arndt und Alex. Die Beiden Wollen den Abend vom Panorama aus ausklingen lassen und machten eine kleine Bergwanderung. Als die Beiden dann aber gegen elf Uhr immer noch nicht zurück waren, machten wir uns schon Gedanken. Aber auf ein anklingeln von uns reagierten sie und klingelten zurück. Nach einer halben Stunde kamen die Beiden dann vom Hügel wieder am Zeltplatz an und wir konnten entspannt schlafen gehen.

TAG 3

Stirling – Inchree

Heute hieß es für uns, Stirling, das Tor der Highlands hinter uns zu lassen und die Bergwelt Schottland_2012_0072Schottlands zu durchqueren. Doch vorerst besuchten wir das Wallace Monument in Sterling. Mit kompletter Motorradbekleidung erklommen wir den Hügel, auf dem es steht, zu Fuß, um dieses legendäre Bauwerk aus nächste Nähe betrachten zu können. Es erinnerte an die großen Männer jener Zeit und die Schlachten die sie führten. Mit diesen Gedanken wagten wir den Abstieg, um unsere Schlacht zu bestreiten und zwar die 250 km die wir heute vor uns hatten.
Wir fuhren gut gelaunt los, es sah zwar ein wenig bewölkt aus, aber das konnte uns nicht einschüchtern. Doch es kam wieder einmal, wie es kommen musste, der Pannenteufel schlich sich unter uns. Jans Vergaser machte wieder mal Zicken. Schottland_2012_0074 Der Schwimmer, den wir am Tag zuvor eingesetzt hatten, klemmte ein bisschen und so kam kein Benzin mehr an, wo es gebraucht wurde. Das Problem sollte eigentlich schnell behoben sein. Marcel kam auf die Idee seine ausgefallene Beleuchtung zu prüfen. Die Kurzfassung der diagnose ist, dass Marcels Spannungsregler im Eimer war. Und ich gebe zu, dass ich evtl. nicht ganz unschuldig daran bin, weil ich vergessen hatte, die Masse der Zündung wieder am Motor anzubauen. Jedenfalls kamen jetzt 24V Wechselstrom an den Verbrauchern an. Ein Problem, welches wir die Tour über auch nicht beheben konnten. Jedenfalls ging es dann nach einer Stunde weiter. Natürlich setzte genau zum Zeitpunkt der Abfahrt Regen ein. Die Regenkombis vorbeugend anzuziehen, machte sich in dem Moment bezahlt. Das bisschen Regen konnte uns eh nicht aufhalten. „Hey, wir sind in Schottland. War klar, dass es regnen wird!“ Das Bild der Landschaft fing sich an zu ändern. Die Berge um uns wurden immer höher. Es war ein beeindruckender Anblick. Schade, dass die Wolken in den Bergen festhingen, dadurch konnten wir die Aussicht nur eingeschränkt genießen. Nach einer weiteren halben Stunde, machten wir eine kleine Pause. Eigentlich wollten wir nur kurz die Autos durchlassen,Schottland_2012_0078 aber dann entschlossen wir uns die Landschaft zu genießen. Marcel hatte sich auch noch überlegt ein kleines Bonbon draufzupacken und machte zur Show ein paar kleine Burnouts im Schlamm. Dass seine Kupplung ohnehin schon den Geist aufzugeben drohte, machte ihm dabei gar nichts aus. Der Regen wurde immer stärker und auch die Temperaturen schwankten nur um die 10°C. Daher vermieden wir größere Pausen und versuchten Strecke zu machen. Nach ca. 100 gefahrenen Kilometern rasteten wir noch einmal an einem Parkplatz um etwas zum Mittag zu essen. Es gab Burger für alle. Show-Programm diesmal war ein traditionell gekleideter Schotte, der Dudelsack spielte. Ein tolles Ambiente. Schade nur, dass es regnete, sonst wären wir sicher noch länger geblieben und hätten den Klängen gelauscht.
Ein paar Kilometer weiter ebnete sich das Land, links und rechts von uns waren auf einmal Seen und der Wind peitschte so stark, dass wir mit unseren kleinen Mopeds schräg im Wind lagen, um nicht auf die Schottland_2012_0079andere Fahrbahnseite zu gelangen. Schottland_2012_0084 Dreißig Kilometer später erreichten wir endlich mal eine Tankstelle. Hier gab es auch einen Stand, an dem man was zu essen kaufen konnte. Wir gönnten uns dann als kleinen Nachtisch zu den Burgern noch eine Portion Chips without fish. Die Lady hinter der Theke war sehr gut drauf. Dadurch hatten wir, trotz des Mistwetters ein lustiges zweites Mittag. Zum Abschied wünschte sie uns noch alles Gute und drückte die Daumen, dass sich das Wetter bessert. Über unsere Visitenkarte und die kleine Flasche Kräuter aus der Heimat hat sie sich riesig gefreut.
Ab Kinlochleven wollten wir eine alte „Military Road“, eine Schotterpiste nach Fort William, nehmen. Den ersten Anstieg nach Kinlochleven schafften wir zwar im Schneckentempo, aber ohne Probleme. Doch als die befestigte Straße der Schotterpiste wich, schaffte es der Trabi nicht seine 26 PS auf die Straße zu bringen. Wir wollten den Kleinen auch nicht überstrapazieren, da ihm das im letzten Jahr in Frankreich teuer zu stehen kam. Mit Krokodilstränen im Knopfloch mussten wir so Ronny den Traum von der „old Military Rd.“ nehmen. Alex meinte zwar, dass er unten an der Küste langfahren könnte und wir würden uns dann später wieder treffen, aber eine Trennung der Gruppe kam für uns nicht in Frage. Also hieß es umkehren, den Berg wieder runter und an der Küste lang. Ein paar Kilometer weiter rächte sich Marcels Showeinlage. Schottland_2012_0087 Seine Kupplung trennte nun schon bei 20 km/h. Das bedeutete wieder einmal Reparatur. Wir hatten zweimal Glück im Unglück, zum einen, dass wir nicht ohne Trabi auf der Military Rd. waren und zum anderen, dass die nette Besitzerin von „The Stores“, eine Bed & Breakfast Möglichkeit, uns Ihre Garage zur Verfügung stellte, um die Kupplung reparieren zu können. Wir haben die völlig zerrauchte Kupplung, mit zwei anstatt vier Kupplungsscheiben, mit der aus dem Ersatzmotor getauscht. Das hat vielleicht übel gerochen. Irgendwer meinte noch, ob die Kupplungen nicht mit Asbest produziert werden. Patrick meinte das war früher mal so. Man gut, dass die Kupplung erst zwanzig Jahre alt war. Als wir damit fertig waren überlegten wir uns, wie es jetzt weiter gehen sollte. Unsere Helferin hatte in der Gegend rumtelefoniert, um rauszufinden wo noch neun Betten frei sind. Wir hatten also die Möglichkeit zu übernSchottland_2012_0098achten und auch die Sachen zu trocknen. Die andere Möglichkeit war, die noch einhundert vor uns liegenden Kilometer zu fahren. In einer Gruppenentscheidung haben wir uns dann für die Schlafmöglichkeit vor Ort entschieden. Wenn wir zeitig aufstehen, würden wir die 100 Km am nächsten Tag noch aufholen können. Wir haben uns dann noch mal höflich bedankt und suchten die Unterkunft auf. Nachdem wir alles zum Trocknen vorbereitet hatten, ließen wir uns ein paar leckere Cider Biere schmecken. Wir Drehten die Musik auf und sangen Hits von Grönemeyer, „Alt wie ein Baum“ und vieles mehr. Gut gelaunt ließen wir den Abend ausklingen.

TAG 4

Inchree – Isle of Skye

Am nächsten Morgen sind wir pünktlich, jedoch etwas schwerfällig aus dem Bett gekommen. Nichts desto trotz holte uns ab 07:00 Uhr wieder die Realität ein. Wir waren halt auf Mopedtour und nicht auf Malle! Schottland_2012_0108 08:00 Uhr ging es dann los, pünktlich setzte auch der Regen ein. Wir hatten damit gerechnet, da wir die Einheimischen nach dem Wetterbericht fragten. An diesem Tag mussten wir die restlichen einhundert Kilometer vom Vortag aufholen und wollten die Insel Skye umrunden. Nach etwa einer halben Stunde passierten wir Fort Williams und die Wolken sprachen nicht gerade unsere Sprache. Wir hatten ein anderes Verständnis von schönem Wetter. Egal! Unsere Sachen waren Trocken, durch die Regenkombi geschützt und die Landschaft war wiedermal herrlich. Die Straße führte uns erst mal Richtung Inverness. Doch ein paar Kilometer vor Fort Augustus bogen wir in Invergarry nach Norden ab. Wir fuhren in einem Tal, links und rechts von hohen Bergen umgeben. Durch den Regen stürzten kleine Bäche die Hänge hinunter und füllten die Lochs (Lakes) entlang der Route. Ingesamt passierten wir fünf große Lochs, Loch Lochy, Ceann Loch, Loch Garry, Loch Loyne, Loch Cluanie. Nach circa einhundert Kilometern teilte sich der Weg an einer Tankstelle. Rechts ging es über die Brücke und links zur Fähre nach Skye. Also noch mal auftanken und dann links weg! Der Weg führe nun aus dem Tal raus auf die andere Seite vom Berg. Nach einem kleinen Feldweg, fing wieder eine richtige Straße an und der Anstieg des Berges ebenfalls. Doch kein Problem, wieder einmal hätten uns Fußgänger überholen können, aber bis zum ersten Seitenhalt zogen wir voll durch. Das sind auch diese Art „Fieser Berg“, die du super im ersten Gang fahren kannst, die Karre aber beim Schalten in den zweiten sofort verreckt. An unserem Aussichtspunkt bot sich uns eine herrliche Kulisse. Die Berge, die Täler, die Seen, wir waren in Schottland! Nun, da auch der Regen aufgehört hatte, konnte uns nichts mehr bremsen. Schottland_2012_0117 Noch schnell ein paar tolle Bilder machen, eine rauchen und dann weiter. Der Weg stieg noch gut einen Kilometer an, bevor er uns wieder direkt auf Meeresspiegelniveau brachte. Unten angekommen, begrüßte uns eine tolle Aussicht. Links ein kleiner Stand, an dem ein paar Angler und Caravane waren, rechts der Berg, von dem wir kamen und im Hintergrund war schon Skye zu sehen. Nur noch ein paar hundert Meter bis zur Fähre. Diese war gerade auf der anderen Seite. Wir warteten also und hofften, dass es nicht so teuer wird. Der Kutter kam an, und der ältere Herr sagte, wir sollten drauf fahren. Wir wollten aber erst mal nach einem „special offer“ fragen. Wir würden auch „advertising“ für Ihn auf der Homepage machen. Er war skeptisch und fragte, wer das denn lesen würde, ich sagte Ihm deutsche Touristen. Schottland_2012_0126 Er fragte „really?“, ich sagte ihm natürlich und wir posten ein Bild von ihm auf Facebook. Er sagte, dass er nicht genau wüsste, ob er das wollte. Letzten Endes gab er uns einen Nachlass von 25%. Hier ist unser Teil der Abmachnung: Fahrpläne und Preise finde ihr unter: www.skyeferry.co.uk. Doch nicht nur wegen der Fähre lohnt es sich, auch landschaftlich hat diese Gegend was zu bieten. Und wer etwas Zeit mitbringt, kann auch noch kurz eine Runde Schwimmen am kleinen Stand.

Auf Skye angekommen begegnete uns direkt wieder ein schöner Anstieg. Jan, Dennis und ich führten das Feld an und bemerkten nicht, dass die anderen auf einmal nicht mehr hinter uns waren. Wir warteten kurz, in der Annahme, dass Alex mit dem Trabi Probleme hat. Als wir den Leuten entgegen gehen wollten, kamen sie gerade den Trabi schiebend den Berg hoch. Als wir auch Schottland_2012_0130 die Mopeds oben hatten, gönnten wir uns erst mal einen kleinen Schierker. Wir hatten 90 Miniaturen bekommen um sie in Schottland zu verteilen. Damit konnten wie überall punkten! (das war auch wirklich der einzige, den wir selber getrunken haben.)
Zufällig trafen wir in dieser Einsamkeit ein Paar aus der Heimat, genauer Halle an der Saale. Sie waren gerade auf dem Weg zur Fähre. Wir unterhielten uns kurz und gaben ihnen auch einen Schierker mit auf den Weg.
Um auf die Hauptstraße nach Broadford zu gelangen, mussten wir 12 km über eine hügelige, kurvige, einspurige Straße fahren. Eine von denen, die Spaß machen, wo man cruisen kann und denkt, dass das Moped unglaublich schnell ist, durch die Kurven und die schmale Breite der Straße. In Broadford angekommen, hielten wir an einer Werkstadt, oder zumindest an dem von ihr übergebliebenen Schild. Wir wollten versuchen, eine Batterie für den Trabi zu besorgen, die zickte seit zwei Tagen rum. Außerdem hatte Arndt seinen Bremshebel zerbrochen, das Tier! Dafür suchten wir auch noch Ersatz. In dem Haus neben an half uns eine Dame weiter und sagte uns, wo wir eine Werkstatt finden würden. Dann teilten wir uns auf. Dennis, Alex, Patrick, Ronny und Jan sind einkaufen gefahren und Arndt, Charly, Marcel und ich in die Werkstatt. Dort angekommen, fragten wir nach den Teilen, die wir benötigten. Eine Autobatterie war kein Thema, aber Motorradteile, keine Chance. Sie gaben uns eine Wegbeschreibung zu einem Laden namens Schottland_2012_0131 THIRDDOG MOTORCYCLES, die seien gut. Arndt merkte sich den Weg und führte uns geradewegs dort hin. Wir erwarteten eine Motorrad-Schrauberbude, aber was wir fanden, war ein Einfamilienhaus, dessen Besitzer B&B anboten. Als wir auf dem Hof kamen, kam uns ein kleinerer gut gebauter Herr entgegen. Wir fragten freundlich, ob er vielleicht einen Bremshebel hätte und zeigten dabei auf Arndts defekten. Er schaute nur kurz und winkte uns dann in seine Garage. Zeigt auf eine Box und sagte schaut da mal nach. Wir suchten zwischen vielen Brems- und Kupplungshebeln und fanden dann einen, der passen konnte. Der Herr, dessen Namen wir leider nicht wissen, hatte dann noch ein paar Anpassungen vorgenommen, damit es passt. In der Zeit sind Charly und Marcel los um Geld zu holen, das hatten die anderen, da sie einkauften. In der Zeit zeigte uns unser neuer Freund seine Schätzchen. Verschieden Bikes und Trikes, aber sein Liebling Zeigte er uns durch das Wohnzimmerfenster. Seine Ducati Monster stand im Warmen. Patrick und Charly Schottland_2012_0132 kamen zurück, Marcel zeigte den anderen schon mal den Weg zur Werkstatt mit den Autobatterien. Wir bezahlten den Mann und machten uns auf den Weg zu den Anderen. Die Waren mit dem Austausch der Batterie schon durch. Als wir da standen und noch schnell eine rauchten, erzählten uns die Anderen, dass sich das Schwimmergehäuse von Ronnys Vergaser gelöst hatte und kurz vor dem abfallen war. Dadurch hatte sich der Einkauf auch etwas verzögert.
Nach der Behebung aller Macken ging es weiter Richtung Uig. Das Wetter war ab jetzt auf unserer Seite. Es war zwar nicht immer warm und sonnig, aber es gab zumindest keinen Regen. Das kann für einen Mopedfahrer schon mal ein Segen sein. Und so erwiesen sich die nächsten 60 km bis nach Uig als ein Katzensprung. Die ach so kleine Insel Skye schickte uns über den ein oder anderen Hügel. Nicht das wir daran verzweifelt wären, aber die Motoren hatten schon zu tun. Die Landschaft wechselte einige Kilometer vor Uig. Links und rechts der Straße erstreckten sich kleinere Hügelchen. Auf beiden Seiten breiteten sich weite Wiesen aus. Ab und zu standen am Rand rudelweise Bäume und einzelne Häuser. Schottland_2012_0134 Kurz vor der Stadt eröffnete sich linkseitig die Bucht und das Meer. Noch eine Rechtskurve und wir sahen unterhalb die kleine Hafenstadt. Wir drehten eine Stadtrunde und tankten erst einmal auf. Plötzlich spaltete sich die Gruppe. Wir waren uns nicht einig, ob wir weiter fahren sollten oder auf einem Hügel oberhalb von Uig die Zelte aufschlagen und das Panorama genießen sollten?! Nach dem wir die Möglichkeiten besprochen hatten, entschieden wir „ganz oder gar nicht“. Wir wollten den, trotz der Verzögerung am Vortag mindestens den nördlichsten Punkt von Skye erreichen. Die letzten 18 km vor dem Tagesziel sollten wir auch noch schaffen.
Und es erwies sich als sehr gut, dass wir weiter gefahren sind. Die Landschaft war einfach überwältigend! Rechts immer wieder Berge mit Steilhängen und links die ebenso steil abfallende Küste. Auf den Freiflächen dazwischen Schafe. Vereinzelt waren auch Häuser zu sehen. Die Sonne schien uns von Westen her über unsere Schultern. Die frische Briese und die Einsamkeit dieser kleinen Küstenstraße gaben uns das Gefühl am Ende der Welt zu sein. Wir fühlten uns frei wie der Wind!Schottland_2012_0141
Schottland_2012_0139Auf der Suche nach einer möglichen Schlafgelegenheit endeckten wir eine alte Ruine. Marcel und Ronny machten sich direkt auf den Weg, um sie zu erkunden. Nach ca. 10 min kamen Sie den Berg auf der Sie stand, heruntergelaufen. Sie sagten, dass es einfach nur der Hammer wäre und sie direkt mit anpacken, dass der Trabi den Berg hochkommt. Die Mopedfahrer fuhren den kleinen holperigen Weg vor und Marcel und Ronny wie die Könige auf den Kotflügeln des Trabi sitzend. So vermieden sie, dass er durchdreht. Oben angekommen waren wir alle überwältigt, von der „very beautiful location“, wie der Schotte sagen würde. Dann bauten wir schnell die Zelte auf und machten uns was zu essen. Und jede Stunde entstand ein neues Bild. Noch mal das Panorama, die Sonne, wie sie hinter einer Wolke war, usw…
Nicht schlecht haben wir aus der Wäsche geguckt, als auf einmal die Schafe immer näher kamen. Das war ja noch in Ordnung, aber als auch ein Bulle dazwischen stand, wurde uns schon mulmig. Aber wir hatten Glück, nachdem er die Zelte aus einem Meter Entfernung begutachtete, machte er sich wieder aus dem Staub. Wahrscheinlich waren wir einfach zu laut für ihn. Wir beobachteten den nicht enden wollenden Sonnenuntergang. Und auch wenn es halb zwölf noch nicht richtig dunkel war, musste leider auch dieser Tag einmal enden.

TAG 5

Isls of Skye – Inverness

Dank Patrick starteten wir den Tag mit einem herrlichen Rührei-Schinken Frühstück. Die Arbeitsteilung klappte echt super gut! Wärend er das Frühstück machte, schliefen die anderen aus. Nein! Spaß, wir haben natürlich die Zelte und das Gepäck wieder verstaut. Nach dem wir unser Frühstück, abwechselnd aus einer Schüssel gegessen hatten, beseitigten wir unseren Müll. Gegen 08:30 Uhr brachen wir auf. Der Tag startete sonnig und trocken. Wir waren guter Dinge. Mein Motor hatte zwar in den letzten Tagen etwas Leistung verloren, aber seitdem wir in England angekommen waren lief kein Moped so richtig rund. Das mein Leistungsverlust keine Vergasereinstellung war zeigte sich nach gerade einmal 14 km. Schottland_2012_0151a Ich war dabei ein leichtes Gefälle zu nutzen, um etwas Geschwindigkeit aufzubauen, als ganz plötzlich mein Hinterrad blockierte. Scheiße! Ich zog schnell die Kupplung, um Schlimmeres zu vermeiden. Ließ sie noch mal kurz kommen, in der Hoffnung, es war nur ein kurzer Klemmer. Aber das war es leider nicht. Der Kolben war zwar wieder frei, aber baute keinen Druck mehr auf. Wir mussten also den Zylinder wechseln. Zum glück hatte Patrick vorher extra noch einen besorgt. Beim Zerlegen des Kolben und Zylinders machte uns der Kolbenbolzen einen Strich durch die Rechnung. Er hing fest. Nur mit einer Platte, als eine Art Abzieher bekamen wir das Teil nach ca. einer Dreiviertelstunde aus dem Kolben. Dann war uns schlagartig klar, was da unten drin los war. Das Nadellager hatte ominöser Weise eine seiner Rollen verloren. Keine Ahnung wie, aber es muss gehen. Wir sind sicherheitshalber noch mal mit dem Magnetheber durch das Kurbelgehäuse gegangen, aber es blieb nichts haften. Wir haben den neuen Kolben und Zylinder verbaut und hofften das Beste. Jetzt hieß es erst mal Einfahren. Naja, 40 km/h gingen schon gut klar. Nach 100 km ging es dann auch etwas schneller.
Die nächste Stadt auf unserem Weg war Protree. Eine kleine romantische Hafenstadt auf der östlichen Seite von Skye, am Loch Portree. Wir wären wahrscheinlich alle gern geblieben um einen Kaffee zu trinken und uns die Stadt ein bisschen an zu sehen, aber der Kolbenfresser hatte uns zu weit in der Zeit zurück geworfen. Nach Portree kamen wir auf die selbe Route, wie auch schon auf dem Hinweg. Wir fuhren nach Broadford und hielten an dem selben Laden an, wie vor einem Tag schon. Wir aßen ein paar Brote und schmierten sie wieder mit der leckeren Wurst von der Fleischerei Münch aus Bad Suderode. Schottland_2012_0152 Nach Broadford erreichten wir relativ schnell die „Skye Bridge“ und kamen wieder auf die Mutter aller Inseln. Die Landschaften waren wieder einmal wunderschön, auch wenn wir sie teilweise zum Zweiten mal gesehen hatten. Wir machten viel Strecke an diesem Tag. Die Mopeds liefen gut und wir hatten keine weiteren Reparaturen. Lediglich ein paar kurze Raucher-/Pinkelpausen und die Stopps um die Autos durchzulassen, hielten uns auf. Doch nach insgesamt 112 km nach Brodford und tankstellenfreier Straße mussten wir bei Jan Benzin aus dem Reserve Kanister nachfüllen. Wir Tankten alle auf um nicht nach zwei Kilometern wieder stehenzubleiben. Nach fünf Kilometern kam dann die langersehnte Tankstelle. Einmal voll machen bitte und den Luftdruck kontrollierten. An der nächsten Kreuzung haben wir uns dann verloren, weil Ronny und ich zum naheliegenden Nessi-Shop wollten. Und die anderen die Einfahrt verpasst haben. Nach 10 min umherirren fehlten nur noch Patrick und Alex. Aber nach weiteren 15min kamen auch die Beiden wieder dazu. Wir kauften dort ein paar Souvenirs und fuhren die letzten 20 km zum Zeltplatz vor Inverness. Dort angekommen teilten wir die Arbeit wieder auf. Alex und mein Part war es einkaufen zu gehen. Wir fuhren nach Inverness in einen Lidl und kauften was zu essen für den Abend und den nächsten Tag. Natürlich durften ein paar kleine Feierabendbiere nicht fehlen.
Nachdem wir einkaufen waren haben wir uns noch ein bisschen die Stadt angesehen und liefen ein wenig umher. Alex hatte auf einmal Appetit auf Döner. Also gingen wir zu einem Imbiss.Schottland_2012_0163 Nach einem kurzen Blick auf die Speisekarte haben wir uns spontan um entschieden. Wir wollen was typisch Schottisches. Also gab es diesmal „Fish without Chips“, Haggis- and Blood Pudding-Roll. Die beiden Rollen haben wir nur probiert, um den anderen auch ein Bissen dieser Köstlichkeit zu gönnen. Der Fisch war zwar sehr lecker, aber halt ein Backfisch. Und da Alex und ich noch Hunger hatten, haben wir ihn schnell allein verdrückt. Nach dem wir uns auf dem Rückweg verfahren hatten und gut eine halbe Stunde nicht weiter wussten, fragten wir ein sehr nettes Pärchen nach dem Weg. Das Problem, war nur, dass ich aufgrund des Dialektes nicht wirklich verstanden hatte, wo wir lang mussten. Aber die grobe Richtung und ein bisschen männliche Intuition führten uns zurück.
Wieder am Campingplatz erhielt ich meine erste Fahrstunde im Trabant 601. Ein herrliches Fahrgefühl. Einfach unbeschreiblich. Allerdings hatte ich mir das Ganze schwieriger vorgestellt als es am Ende war. Nach dem Auspacken der Lebensmittel, integrierte sich Alex in der Fußballrunde unserer Zeltnachbarn und stellte sich als Torwart (Goalkeeper) auf. Seine Erfahrungen aus dem Handball kamen Ihm dabei sehr zu Gute. Wir machten derweil die Planung für den nächsten Tag, etwas zu essen, und das Bier alle. Wenig Später kam eine Gruppe schottischer Zeltplatztouristen vorbei, mit denen wir ins Gespräch kamen. Eine Junge Dame offenbarte uns, dass sie sich gerne einen alten Käfer kaufen wollte. Wir meinten, dass die erst mal Trabi fahren soll. Schottland_2012_0164 Sie fragte, ob das ginge. Wir fragten Alex, der noch mit Fußballspielen beschäftigt war. Er meinte, dass sie in einer viertel Stunde wieder kommen sollte, er könne gerade nicht weg. Nach 15 min war sie wieder da und brachte noch eine Freundin mit. Mit Jan als Übersetzer brachte Alex ihr das Fahren bei. Nach etwa einer Stunde kamen Sie dann wieder. Ein paar waren schon im Bett und Dennis, Jan Alex und ich ließen auch nicht mehr lange auf uns warten. Schließlich würde es der nächste Tag in sich haben, 280 km, die längste Strecke auf der Insel.

TAG 6

Inverness – Dumbarton

Nach dem wir am nächsten Morgen in Ruhe gefrühstückt hatten, sind wir erst gegen 09:30 Uhr gestartet. Direkt nach Inverness hatten wir einen langen Anstieg. Das Gute war, dass die Straße zweispurig war und uns die Autos so gut überholen konnten. Das Problem war jedoch, dass Jan liegen geblieben ist und wir nicht zurückfahren konnten. So mussten wir an der nächsten Haltebucht warten, bis Marcel, Alex und Jan, das Problem (welches auch immer) behoben hatten. Nach ein paar Minuten kamen sie nach und es stellte sich heraus, dass es nichts gravierendes war. Der Vergaser war nur ein bisschen zu fettig eingestellt. Ein Problem, dass wir bis zum Ende der Tour nicht wirklich beheben konnten und wollten. Da das Phänomen sehr plötzlich auftrat, wollten wir den Zylinder nicht zu sehr abmagern, um einen weiteren Kolbenfresser zu vermeiden. Also musste Jan immer ein bisschen mit dem Gas spielen. Das fahren auf der A9 Schottland_2012_0164 war nicht gerade das angenehmste. Lange geraden schnitten sich durch das Land und das Fahren war ein bisschen einseitig. Der Vorteil an der Sache war wieder mal, dass wir gut Strecke machen konnten. Nach drei Stunden Fahrzeit und 120 km verließen wir bei Calvine die A9 rechter Hand und fuhren wieder auf kleineren mopedgerechten Straßen. Kurz nach der Abbiegung machten wir Rast. Mittagessen stand an. Schnittchen mit lecker Wurst und Käse, Kekse und viel zu trinken. Anschießend folgte eine Highspeed-Strecke. Das sind diese Strecken, auf denen man das Gefühl hat, aufgrund der schmalen Straße und der Kurvenlastigkeit, dass das Moped zur Rennmaschine geworden ist. Nach gut zwei Stunden kamen wir pünktlich zur Teatime in Killin an. Wir reisten dort ein und alle sahen uns nach. Wir fühlten uns ein bisschen wie die Del Fuegos, obwohl wir eher die Wild Hogs waren. Patrick reagierte genau richtig und machte direkt halt. Durch das 650 Einwohnerdorf zieht sich ein Fluss, an dem nahe der Brücke große Felsen liegen, wo man draufgehen konnte. Nach einer kurzen Schottland_2012_0168 Schottland_2012_0165Visite machten wir uns aber erst mal in die gute Teestube. Nach einer halben Stunde Pause und lecker Schwarzem Tee, gab es für jeden noch eine Zigarette und dann ging es auch schon wieder weiter, dachten wir. Aber Patricks Navi war aus. Das Problem, war, dass die Batterie anscheinend leer war und der Ladestrom während der Fahrt nicht mehr ausreichte, das Gerät zum laufen zu bringen. Also mussten wir umbauen. Arndt hatte sich bereit erklärt das Navi zu nehmen und fuhr fortan vorweg.
Nicht nur unser Bauchgefühl, auch die Stände in unseren Tanks ließen vermuten, dass wir nicht mehr weit kommen würden. Da kam es uns gerade gut gelegen, dass nach 4 km eine Tankstelle auftauchte. Als wir dort anhielten, winkte die Kassiererin hektisch ab. Wir dachten, dass sie uns hier nicht haben wollte. So fragten wir nach dem Problem. The Problem was, that the petrol station didn’t have fuel. Die Kassiererin sagte uns, dass nach 26 km eine Tankstelle kommen würde. Also fuhren wir dort hin. Nach ein paar Kilometern musste ich auf Reserve schalten. Gerade so bis zur Tanke, verreckt mir die Karre noch in der Einfahrt. Aber Egal, wir haben es geschafft. Schnell aufgetankt, gesammelt und was getrunken, sollte es auch zügig weitergehen. Die letzten 60 km entlang des Loch Lomond, dem größten Lake Schottlands, auf der sogenannten Glasgow Road wollten wir an einem Stück durchziehen. Das Taten wir dann auch. Lediglich ein paar kurze Stopps, um die Autos durchzulassen, aber sonst wurde Mensch und Material nicht geschont, wie Alex immer sagte.
Arndt, als neues Leittier führte die Gruppe sehr gut an. Vorausschauend, ohne große Umwege, Komplikationen und das große Lücken entstanden. Das brachte uns schnell in das angepeilte Alexandria unterhalb von Loch Lomond. Wir hatten für den heutigen Abend geplant, dass wir wieder wildcampen. Für die Ersparnisse gönnten wir uns mal eine richtig schöne Pizza. Während wir warteten, bis der Pizzamann fertig war, waren Alex, Ronny und Marcel einkaufen, für den morgigen Tag. Nach einer halben Stunde durften wir das Langersehnte abholen und aßen die Pizzen auf dem Parkplatz hinter der Pizzeria. Plötzlich kam ein Mann um die Ecke, der völlig beeindruckt von unseren Mopeds war. Er sprach ein paar brocken deutsch, aber nicht wirklich gut, um sich zu unterhalten. Er hatte schon das ein oder andere Bierchen und stellte sich immer wieder vor unsere Mopeds und sagte mit ausgestreckten Armen auf unsere Mopeds zeigend, „it’s amazing!“. Nachdem wir aufgegessen hatten, verabschiedeten wir uns höflich und fuhren weiter, auf der suche nach einem Schlafplatz. Wir gaben die Route für den nächsten Tag ein und fuhren schon mal in die gewollte Richtung. An einer Abzweigung machte Arndt einen Schwenk links weg. Es folgte ein kurzer Anstieg, linksseitig an einer Siedlung vorbei, nach der sich die Straße in einen Feldweg wandelte. Ein weiterer Anstieg lies den Trabi, und die Tatsache, dass links und rechts des Weges Zäune waren, die ganze Idee scheitern. Auf dem Rückweg fuhren wir durch die Siedlung, Schottland_2012_0171 in der Hoffnung dort etwas zu finden. Nach dem wir in einer Sackgasse umkehren mussten, fielen uns zwei winkende Leute an einem Fenster auf. Aufgrund der Tatsache, dass zwei Motorräder in Ihrer Einfahrt standen kehrte ich um, in der Hoffnung auf große Motorradfahrerherzen zu treffen. Sie kamen sofort raus und fragten, was los sei. Ich erklärte die Sachlage. Natürlich konnten Sie uns nicht bei sich übernachten lassen. Aber sie erklärten uns wo wir schlafen könnten. Als plötzlich ein Motorradfahrer mit einem Choppermodell von Kawasaki anhielt. Er kannte die Beiden und sie besprachen, wie wir am besten die Schlafmöglichkeit erreichen würden. Dann sagte er, dass er uns gerade dort hin bringen könnte. Ich sagte, ihm dass es super nett wäre, er aber nicht so schnell fahren kann, weil wir in der Spitze nur 60km schaffen. Seine Antwort war just: „OK“. Er führte uns nach Dumbarton Castle, Schottland_2012_0174 in dessen Front ein kleiner Park war. Er sagte, dass es hier für eine Nacht OK wäre. Wir stiegen ab, und kamen kurz ins Gespräch. Ich denke, dass der dann erst verstanden hat, dass wir nur mit 50ccm durch die Gegend fuhren. Nach einem sehr netten Gespräch mit Ron, gaben wir Ihm zum Abschied noch drei Schierker und eine Karte von uns. Als er los fuhr, bauten wir die Zelte auf und ließen den Abend in diesem gemütlichen Ambiente ausklingen. Hinter uns lag direkt das Castle, und vor uns der Fluss und die hin und wieder vorbeifahrenden Schiffe.

TAG 7

Dumbarton – Edinburgh

Am nächsten Morgen packten wir die Sachen zusammen und fuhren als erstes zu einem Fastfood Restaurant, für eine Tasse Kaffee und eine Toilette. Als wir dort auf dem Parkplatz hielten begegnete uns Ron wieder. Er wollte nachsehen, ob alles gut gegangen ist und hatte uns auf dem Weg nach Dumbarton Castle auf den Parkplatz einbiegen sehen. Wir setzten gerade mal die Helme ab, da zeigte er auf uns und zählte unsere Namen auf. Er hatte sich am Vorabend auf unserer Internetseite informiert. Cooler Typ!
Als wir uns gerade auf den Weg machen wollten, hatte Jan Problme mit dem Roller. Nach dem wir aufgrund mangelnder Leistung im oberen Drehzahlbereich eine größere Hauptdüse einbauten, lief der Roller nicht so richtig rund. Eine vorübergehende Lösung war die Abmagerung über die Nadel. Aber auch das kostete uns eine gute Stunde, weil wir uns dann auch entschieden dort gleich zu frühstücken. Dann konnte es gegen 09:30 Uhr endlich losgehen. Eine halbe Stunde später waren wir mitten in Glasgow, obwohl wir das eigentlich vermeiden wollten. Durch den schleppenden Stadtverkehr wurden die Motoren warm, was eigentlich kein Problem ist. Da Jans Moped aber schon zu fettig lief machte der Roller nun noch mehr Probleme. Bei einem kurzen Schottland_2012_0176 Stopp, wollte Charly seine Kette straffen, weil diese seit einiger Zeit ganz schön durchhing. Beim Check, ob die Kette klackert, weil sie nun zu straff sein könnte, bemerkte Charly, dass die Geräusche vom Vorderrad kommen. Er baute es aus und stellte fest, dass eine der Aufnahmen, auf die die Bremsbacken gesteckt werden in Richtung Rad gerutscht ist. Gut, dass wir den Fehler beheben konnten, ein blockierendes Vorderrad ist was ganz Doofes!
Parallel wollten Ronny und ich etwas Öl auf unsere Gabeln kippen, da diese seit einiger Zeit quietschten. Dabei haben wir bei der Montage das Gewinde meiner oberen Aufnahme zerstört. Dank Arndt, der (warum auch immer) solche Aufnahmen mit hatte, konnten wir auch das Problem lösen. Aber um den verfrühten Verschleiß von Material zu vermeiden, füllten wir bei Ronny kein Öl auf. Das wird auch schon mal als „kaputtreparieren“ bezeichnet.
Glasgow hielt uns gut eine Stunde auf, aber bis nach Edinburgh machten wir den Zeitverlust wieder wett. An diesem Tag gab es keine weiteren Vorkommnisse. Kurz vor der Hauptstadt Schottlands tankten wir die Mopeds noch mal auf und machten uns auf die Suche nach unseren vorgebuchten „Haggis Hostel“.
Edinburgh ließ sich viel angenehmer fahren als Glasgow und so kamen wir sehr gut bis zum St. Andrew Square. Das Navi sagte von dort aus noch 400m. Das Problem war, dass dieser gesamte Bereich eine riesige Baustelle war. Wir stellten die Mopeds ab. Dann gingen Jan, Ronny und ich zu Fuß nachsehen, wie weit es noch ist und wie wir evtl. parken könnten. Als wir wieder kamen standen die Mopeds schon in Reihe und Glied an der Seite. Schottland_2012_0179 Die anderen meinten, dass wir die Karren dahin stellen könnten, ein Ticket bekommen, das wiederum nicht in Deutschland ankommt. Sie haben mit dem Zuständigen Officer geredet und er meinte, dass er halt seinen Job machen muss, weil dort überall Kameras sind. Aber wir bräuchten keine Bedenken haben. Wir dachten uns halt, „gut, selbst wenn es 20 Pfund sind, dann ist es halt so. Problem war nur, dass wir am nächsten morgen noch einen zweiten Zettel mit 60 Pfund dran hatten. Das würde sich schon lohnen… Aber das konnte ja zu dem Zeitpunkt keine ahnen. Die anderen gingen schon mal zum Hostel, als Alex und ich den Trabi in ein Parkhaus fuhren. Wir haben eine super coole Ecke gefunden, wo wir den Anhänger schön einparken konnten. Als wir gerade fertig waren, sprach uns ein Deutscher an, dass wir lieber vorsichtig sein sollten. Ihm hätten sie um die Mittagszeit die Scheibe eingeschlagen und die Rucksäcke gestohlen. Das verunsicherte uns natürlich, aber was war jetzt sicherer, ein Parkhaus oder die Straße?!
Als wir endlich am Hostel angekommen waren, konnten wir auch unser Zimmer beziehen. Die anderen hatten die Motorradsachen schon abgelegt. Ein dementsprechend herber Geruch lag in der Luft. Für uns war es wahrscheinlich weniger schlimm, als für unseren italienischen Mitbewohner im Zehnbettzimmer, mit neun Stinkern. Nach dem alle geduscht hatten konnte es los gehen. Auf dem Plan standen ein Stadtrundgang, Essen, evtl. Souvenirs kaufen und eine Pub-Tour. Die Essenssuche und der Rundgang ließen sich wunderbar kombinieren, da fast jede Kneipe voll war. Zwischendurch kauften wir auch das ein oder andere Mitbringsel. Was man halt so kauft. Patches, Schottenröcke für die Freundinnen, T-Shirts, usw. Letzen Endes entschieden wir uns nach zweimaliger Empfehlung für das Royal McGregor. Schottland_2012_0191.JPG Nach zehn Minuten bekamen wir auch direkt einen Platz. Das essen fiel gemischt aus, typisch schottisch, Haggis, Fish, aber auch Burger und Sparrips, für die Kulturbanausen. Wärhrend des Essens viel Ronny ein, dass wir ja noch frittiertes Mars essen wollten. Wir hatten Glück direkt neben an gab es welches. Charly und Arndt lehnten dankend ab, der Rest hatte probiert. Und es war ein Hochgenuss! Ich finde zwar 2,5 Pfund für einen Riegel mit Fischpanade ein bisschen teuer, aber egal, einmal war es das wert. Danach sind wir in einen Pub, in dem wir schon auf der Suche nach etwas zu essen waren. Ein gemütliches kleines Ding, nicht größer als ein Wohnzimmer. Drei große Schritte nach der Eingangstür stand man schon vorm Tresen. Der war auch unsere erste Anlaufstelle. Einmal neun Bier bitte und die ersten 45 Pfund waren weg. Rechts vom Tresen stand ein Musiker mit Gitarre und Mikrofon. Ein kleiner, etwas stabiler Mann mit einem Schwarzen Hemd offen über einem Batman T-Shirt. Ein guter Mann, klasse Stimme! Er spielte ein Lied, das alle in dem Laden mitsingen konnten. Ich sagte zu Arndt, dass ich das irgendwo her kenne. Er meinte nur, „ Das ist ‚An der Nordseeküste‘!“ Klar! Jetzt hörte ich es auch. Das englische Original heißt „Wild Rover“. Wir sangen natürlich die deutsche Version mit. Da meinte der Kollege mit der Gitarre, dass die Deutschen mit dem Schottlandpullover was anderes singen. Er zeigte auf mich und meinte, dass ich das mal vorsingen soll. „Na toll!“, dachte ich mir, aber anstellen wollte ich mich auch nicht. Ich ging ans Mikro, wartete meinen Einsatz ab und fing an. Ohne Verzögerung stimmten acht verrückte Typen mit ein und wir zeigten den Leuten mal, wie wir Party machen! Ein unvergesslicher Augenblick. Schottland_2012_0191bc
Nach dem Zweiten Bier gingen Charly, Arnd und ich Richtung Hostel, schließlich mussten wir ja morgens früh raus. Die Andern wollten noch ein kleines Bierchen in einem anderen Pub trinken. Sie kamen dann später nach. Der einzige, der keine so schöne Nacht hatte, war unser italienischer Freund. Zum Einen, weil die anderen gegen halb eins hinterher kamen und zum anderen, weil wir 07:00 Uhr wieder aufstehen mussten. Wir haben uns im Vorfeld schon entschuldigt und für den Fall, dass er das hier irgendwann mal liest, es tat uns wirklich leid!

TAG 8

Edinburgh – Newcastle upon Tyne

Als wir nach dem Aufstehen unseren kostenfreien, löslichen Kaffee abgeholt hatten, packten wir auch so langsam zusammen. Wir holten unsere Mopeds vom St. Andrew Square ab und schoben sie ca. 100 m durch die Baustelle und eine Fußgängerzone zum Parkhaus in dem der Trabi stand. Gegen 07:00 Uhr machten wir uns auf den Weg. Wir wollten nicht riskieren die Fähre zu verpassen und starteten daher besonders früh. Der erste Aussetzer lies auch nicht lange auf sich warten. Jans Roller machte wiedermal Probleme. Wir hatten uns mit dem Vergaser am Vortag nicht weiter beschäftigt. Heute, bekamen wir die Quittung dafür. Eine gute halbe Stunde hielt uns der Vergaser auf. Doch Marcel entdeckte das Problem. Beim abmagern durch die Nadel bei Loch Lomond hatte Ronny sich vertan und die Nadel anstatt nach unten, nach oben gehangen. Zugegeben, das kann in der Eile schon mal passieren, da die Nadel im Plättchen hängt und man beim „Nadelrunterhängen“ das Plättchen nach oben steckt. Den kleinen Denkfehler konnte Marcel dann nach einhundert Kilometern schnell beheben. Jetzt lief der Roller zwar immer noch nicht ganz rund, aber wenigstens auch nicht zu mager. So ging es erst mal weiter und wir schafften gut Strecke. Um auf Nummer sicher zu gehen, wagten wir keine Experimente was die Route anging. Wir fuhren die dieselbe Strecke zurück, wie auch hin. Zwar kannten wir das Meiste schon, aber wenigsten hatten wir Glück mit dem Wetter. Der letzte Tag (in Schottland) war erfahrungsgemäß der letze Tag: Man fährt um voranzukommen und Kilometer zu reißen. Man weiß, dass es nach Hause geht und ist nicht gerade Glücklich über das Ende der Tour. Einen Vorteil hatte der letzte Tag aber immer, es gibt keine Ausfälle. Also zumindest nichts Nennenswertes. Na gut wir hatten ja auch fast 2000 km Zeit, um die Kinderkrankheiten zu beheben. Schottland_2012_0193 Der Einzige der mal wieder aus der Rolle fallen musste war Marcel. Das war aber eher lustig als nervig. Durch seine Neue und, wie ich finde, gelungene Gepäckkonstruktion musste er die Befestigung für den Auspuff verlegen. Ohne weiter darüber nachzudenken, nahm er den Rat von Ronny an und baute, noch in Ballenstedt eine Befestigung an den unteren Stoßdämpfer. Ich hätte dabei auch nicht an die Folgen gedacht, aber der Auspuff hing jetzt quasi an der Schwinge. Und wie der Name schon sagt, schwingt dieses Teil beim Fahren. Die Halterung „schwingte“ sich also in den letzten Tagen durch und auf einmal war sie mit einem Schwung ab! Diesmal reichte kein Panzertape, Kabelbinder musste her. Nach zehn Minuten war der Fehler provisorisch behoben und es konnte weiter gehen. Beim Fahren fiel mir auf, dass Marcels Ständer am Hinterrad schliff. Ich wollte ihn beim nächsten Stopp darauf hinweisen. Dieser ließ auch nicht lange auf sich warten. Das Hochbinden des Auspuffs wirkte einen nicht unerheblichen Schottland_2012_0195Schottland_2012_0194 Druck auf das ohnehin schon stark belastete Gewinde der Überwurfmutter aus, die den Auspuff am Zylinder hält. Nach nur zwölf Kilometern fiel der Auspuff vorne ab! Ich saß auf meinem Moped und konnte nicht mehr vor Lachen. Ich sah Marcel nur den Kopf schütteln. Bei der nächsten Gelegenheit fuhr er links ran, und drehte auf dem Feldweg noch eine Ehrenrunde, weil der Sound so cool war. Aber auch das Problem konnten wir schnell beheben, da ich wie auf jeder Tour mein Reparaturset von der Italienreise dabei hatte. Ein kleines Rost, ein Blecheimergriff und eine Schlauchschelle. Anzubauen, siehe Foto. Dabei klärten wir gleich, warum der Ständer schliff. Er kam jetzt höher, da er nicht mehr am Auspuff anlag. Aber kein Problem, mit Kabelbinder konnten wir ihn richten. Aber jetzt kam wirklich nichts mehr dazwischen. Gegen 13:00 Uhr erreichten wir Newcastle und das Fastfood Restaurant vom Hinweg. Wir bestellten wieder 40 Burger und machten erst mal schön lange Pause. Für die letzten Pfund die wir noch hatten kauften wir Proviant für die Fähre ein. Und gegen 16:00 Uhr erreichten wir diese dann auch. Auf der Fähre zogen wir ein kleines Resümee und begonnen schon mal mit der Planung für das nächste Jahr.

TAG 9/10

Ijmuiden – Bielefeld – Ballenstedt/Hamm

Morgens gönnten wir uns wieder eine leckeren Kaffee für knackige 4,- €, auf der Fähre. Es begann das gleiche Spiel wie auch auf dem Hinweg. Die einzelnen Parkdecks wurden aufgerufen und dann kam wieder die Passkontrolle. Als wir endlich starten konnten, war es bereits halb elf. Dadurch, dass wir vor der Fähre noc hmal Benzin aus den Kanistern aufgefüllt hatten, kamen wir noch gute 100 km, bis zum ersten Tankstopp. Kurz danach machten wir Mittagspause am „Het Ei“ nahe Voorthuizen. Da gab es Burger und Schnitzel. Der Rest der insgesamt 350 km war nicht sehr spektakulär. Dadurch, dass es Samstag war, waren nicht so viele Autos unterwegs und wir kamen gut voran. 50km vor Bielefeld legten wir noch einen Tankstopp ein und trafen einen Schwalbefahrer. Wir kamen kurz ins Gespräch und erzählten ihm von unserer Tour. Leider hatten wir nicht viel Zeit um zu plaudern, aber wir wollten halt ankommen. In Bielefeld auf der Herforderstraße, hielt uns die Polizei an. Marcels Elektronikproblem, welches wir nicht beheben konnten, machte aufgrund fehlender Scheinwerfer, bei einsetzender Dämmerung auf uns aufmerksam. An der Tankstelle fuhren wir ran. Marcel war schon drauf und dran 15,-€ aus der Tasche zu holen, versuchte aber unsere Lage zu erklären. Der freundliche Polizist hatte einen guten Tag und ließ uns weiter fahren. Als wir ihm sagten, dass wir schon eine lange Reise hinter uns hätten, da wir ja aus Schottland kämen. Sagte er nur, „nee, jetzt mal ehrlich, wo kommt ihr denn her?“ Wir wiederholten unsere Aussage und lasen seinem Gesicht ab, dass er es nicht wirklich glauben konnte… Zum Beweis gaben wir ihm und seinem Kollegen eine Karte von uns und machten uns dann wieder auf den Weg. Bei mir angekommen legten wir alles ab, stellten die Mopeds weg und aßen lecker Pizza, die meine Freundin für uns vorbereitet hatte. Beim Essen sahen wir uns schon mal die Bilder an, die Alex unterwegs fotografiert hatte und gingen zeitig zu Bett. Die anderen, außer Dennis und mir mussten ja noch weiter am nächsten Tag.
Das Frühstück fiel am Sonntag großzügig aus, dafür ließen wir uns auch Zeit. Nach dem Essen schauten wir noch mal nach Charlys Bremse. Der eine Bolzen ist schon wieder Richtung Radnabe gerutscht. Als das behoben war, packten die anderen auf und machten sich auf den Weg. Jan fuhr nur zehn Minuten nach Ihnen aber nicht nach Ballenstedt, sondern nach Hamm. Auch diese Fahrten verliefen sehr gut und es gab keine weiteren Zwischenfälle. Jan war nach gut zwei Stunden zu Hause und die anderen sind ca. 16:00 Uhr in Ballenstedt eingetroffen.

Abschließend bleibt zu sagen, dass die Tour einfach nur super war. Doch es waren nicht nur die Menschen unterwegs, die Straßen oder die Landschaften . Solche Touren werden nur zu dem was sie sind, wenn man Freunde hat, auf die man sich verlassen kann! Die immer hinter einem stehen und die dir den Rücken freihalten. DANKE JUNGS! Ich freu mich jetzt schon auf viele weitere Touren mit Euch! Denn ohne Euch ist alles doof!

Schottland_2012_0197a